SCHIFFE, MENSCHEN & INSELN

Rostock.  Fast eine Woche sind wir in, an und um Rostock herum gewesen. Ok, ist gelogen, ich war auch noch eine Nacht in Schwerin, Urlaub vom Urlaub machen. Das ist in dieser ausgestorbenen Landeshauptstadt auch gut möglich, aus den hochrenovierten Barockhäuschen gähnt einen die Langeweile unromantisch ins Gesicht. Die Mecklenburger nennen das "Beamtenstadt"...

Rostock ist zur HaseSail schon spannender:  Unendlich viele Segelschiffe tummeln sich im Hafen, wer was auf sich hält und Ahnung hat, ruft sie leise beim Namen. Dann gleiten sie heran und schnappen einem die Fischbrötchen aus der Hand. Zum Dank darf man dann mit auf einen Ausritt in die Ostsee fahren.  Funktioniert aber nur bei original nordischer Aussprache, die ist mir fremd, meine Semmeln hab ich selber gegessen.

 

 

Unsere Gastgeber sind herzlich und so unterschiedlich wie man es sich nicht vorstellen kann. Wir sind in Pfarrhäusern, Miet- oder Ferienwohnungen, Landgütern und auch Schiffen untergebracht, zwischen Matratzenlager, Eckbank und Himmelbett. Genauso abwechslungsreich sind die Auftrittsorte: Kirche, Wohnzimmer, Kneipe, alles dabei. Gerade sind wir beim Insel e.V. auf Rügen (sehr spannendes Projekt!). Manchmal wissen wir zwei Tage vorher noch nicht wo wir sein werden und hier hat sich z.B. sehr spontan eine Übernachtungsmöglichkeit aufgetan. Das hat uns erspart an eienm Tag über 120 km fahren zu müssen. DANKE!!
Die Angebote sind im Osten nach wie vor rar gesät. Ganz anders als auf Lenas erster Etappe durch den Norden, bei der sie vor lauter Angeboten nicht wusste wohin zuerst und was überhaupt zu schaffen ist.  Vielleicht liegt das an der eher zurückhaltenden Art der Menschen, besonders hier im Norden vom Osten. Außerdem ist an der Küste gerade Hauptsaison. Bestimmt fehlt es an Mundpropaganda für das Projekt und irgendwie auch daran, dass die (auch unsere) zwischenmenschlichen Verstrickungen von West nach Ost und umgekehrt immer noch nicht so dicht sind. Aber wir arbeiten daran, mit jedem Tag der Reise wird es mehr, wir knüpfen und hüpfen und knüpfen …


Nach den Auftritten ergeben sich oft interessante Gespräche und wir bekommen viel erzählt. Die Grundfrage des Programms und der Reise - Wer oder was ist Deutschland? - fällt hierzulande natürlich auf „gespannten“ Boden. Lena hat in ihrem Blog viele Kommentare aufgeschrieben. Das mach ich hier jetzt nicht nochmal so ausführlich (HIER zum Nachlesen). Vor kurzem haben wir noch eine Lied, bzw. eine Textzeile auf ein „Westlied“ aus den 70ern gelernt:

„Zwei Apfelsinen im Jahr, und zum Parteitag Bananen, das ganze Volk schreit Hurra, der Kommunismus ist da!“

Das auf die Melodie "Zwei Apfelsinen im Haar" von France Gall gesungen ein rechter Ohrwurm, der uns heutzutage lustig gegen den Wind anfahren lässt ... Wer sammelt das Zeug eigentlich? Ich meine solche Kultur-Schnipsel? Macht das wer?

 

 

... So schaut es übrigens aus, wenn wir auf Rügen neue Fahrradwege erfinden.

Heute lassen wir die Inseln (Hiddensee, Rügen, Insel e.V.) aber hinter uns und stoßen über Greifswald ins Landesinnere vor. Im Landesinneren ist unsere Route  schon fast komplett gesteckt. Ende August kommen wir dann nach Berlin …

 

Und übrigens: am 29.11.14 werden Lena und ich über die Ost Etappe im Theater im Fraunhofer in München berichten!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0